13. Mai 1996

Gründung der Schule "Sankt Lorenz" durch Pater Lorenz Gawol und Wladimir Samuilovitsch Gorelik. Der Gründungstag wird jedes Jahr in der Schule gefeiert. Zu Schulbeginn des Schuljahres 1996/1997 melden sich 17 Schüler. Die offizielle Genehmigung (zunächst auf fünf Jahre) zur Gründung einer privaten Grundschule unter dem Titel: "Christliche Schule St. Lorenz" wurde am 22. Mai 1996 erteilt.  

Das erste Schulgebäude

In diesem Haus beginnt die Schule "Sankt Lorenz". Es wird in Korneewka das "Schwesterhaus" genannt, weil hier von März bis November 1995 zwei Ordensschwestern, Sr. Maria Koon und Sr. Helena Lorenz, aus der Gemeinschaft der Eucharistienerinnen lebten, die Pater Lorenz Gawol in seiner Arbeit unterstützten. Pater Lorenz Gawol erwarb das Haus von der Familie Windholz, die 1995 nach Deutschland ausreisten.  

Die erste Schule

Die ersten Schulkinder kommen am Morgen zur Schule. Nach anfänglichem Zweifeln haben immer mehr Eltern den Wusch, ihr Kind in der Schule "Sankt Lorenz" lernen zu lassen. Während zu Schulbeginn 1996 nur 17 Kinder angemeldet werden, sind es zwei Jahre später im September 1998 schon 98 Schüler. Damit einher geht auch ein zunehmender Platzmangel, der zu einer ausgeprägten Bauphase in den nächsten Jahren führt.  

1996/1997:

Das erste Schuljahr

Pater Lorenz Gawol, Sr. Maria und Wladimir S. Gorelik, der erste Direktor der "ersten christlichen Schule". Gorelik kommt am 07. April 2000 bei einem Verkehrsunfall tragisch ums Leben. Wladimir Samuilovitsch (jüdische Abstammung), Vater von 7 Kindern, war zunächst Direktor der staatlichen Schule. Als er im Zuge einer Operation vom Dienst entlassen wurde, nahm er Kontakt zu Pater Lorenz auf. Ende April 1995 brachte Gorelik ihn auf die Idee, eine christliche Privatschule zu gründen. 

1997-2000

Das 2. Schulgebäude

Schon 1997 zieht die Schule in ein größeres Gebäude um, das von den Menschen in Korneewka das Haus "Gulder" (Blumen, kasachisch) genannt wird. Hier befand sich in der Sowjetzeit die Bezirksbibliothek.  Bis zum Jahr 2000 findet hier der Unterricht statt. Heute, nach vielen Renovierungsarbeiten, befindet sich hier der Kindergarten des Projektes mit etwa 80 Kindern.

2000: Umzug in die neue Schule

Aufgrund der wachsenden Schülerzahlen wird schon bald ein neues Gebäude gesucht. In nächster Nähe befindet sich ehe Amtsgebäude der Kommunistischen Partei, das, wie alle kommunalen Gebäude in Korneewka, in einem sehr schlechten Zustand war. Nach der Renovation beginnt das Schuljahr 2000/2001 in diesem Haus.  

1. September 2000:

Zu Schulbeginn 2000 übernimmt Pater Peter Eichenhüller die Nachfolge des ersten Generaldirektors der Schule Sankt Lorenz. Ludmilla Alexandrovna Barabasch wird nach dem tragischen Tod von Wladimir Gorelik die zweite Direktorin der Schule. Pater Lorenz Gawol übernimmt die Aufgabe als Generalvikar der neu gegründeten Erzdiözese Astana. Er bleibt der Schule und den Menschen eng verbunden. 

2.November 2001

Pater Lorenz Gawol wird von Papst Johannes Paul II. zum Prälaten ernannt. Bei einem persönlichen Treffen im September 2001 während des Papstbesuches in Kasachstan erbittet er den Segen für die Schule.

Wenige Wochen später, am 02.November 2001 verstirbt Pater Lorenz an einer Krebserkrankung. Er verabschiedet sich von den Mitarbeitern der Schule mit den Worten: "Auf Wiedersehen im Himmel!"

1995-2020

Auf der Suche nach Unterstützern findet Pater Lorenz Gawol schon 1995 bei der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck ein offenes Ohr. 1995 kommen Sr. Vinzentia und Sr. Hedwig nach Kasachstan, um im deutschen Dorf Tonkoschurovka zu helfen. 

Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger als Generalsirektor der Schule "Sankt Lorenz" wendet er sich an die Gemeinschaft der "Diener Jesu and Mariens". Im Jahr 2000 kommt Pater Peter Eichenhüller SJM, der seine Nachfolge antritt. 

2001-2002

Nach dem ersten Schuljahr im neuen Gebäude, beginnt das Schuljahr 2001-2002. Auf diesem Gruppenphoto ist sehr gut ersichtlich, wie sehr das Projekt in den ersten fünf Jahren gewachsen ist. Im Dorf wird die Schule die "Pastorenschule" genannt, in Erinnerung an Pater Lorenz, der am 02.11.2001 in Berlin stirbt. Er hinterlässt ein geistiges Testament an die Schule, wo er den Mitarbeitern und Schülern den Satz ans Herz legt: "Das beste Fundament eines jeden Lebens sind die Wahrheit und die Liebe!"

2001-2002: Rege Bautätigkeit

Unter der Leitung von Generaldirektor Pater Peter Eichenhüller beginnt eine rege Bautätigkeit: Ehemals kommunale Gebäude im Umkreis der Schule, die in den 90-er Jahren verfielen und für Baumaterialien verwendet wurden, werden aufgekauft und schrittweise renoviert: Die Poliklinik wird zum Schülerinternat, die Einberufungsstelle zum Lehrerwohnheim, die Agrobank das Kirchengebäude. Diese große Bautätigkeit ist nur möglich, weil zahlreiche Unterstützer in Deutschland und Österreich, sowie viele Hilfsorganisationen wie z.B. "Kirche in Not" und "Renovabis" mithelfen.

2001-2002: Aus der Bank wird die Kirche

Ca. 150 Meter von der Schule entfernt befindet sich das Gebäude der ehemaligen Agrobank. Wie alle anderen kommunalen Bauten auch, wurde es nach dem Ende der Sowjetunion sehr schnell für Baumaterial verwendet. Am Ende standen nur noch die Betonwände. Im Juni 2002 wurde es aufgekauft und renoviert. Schon bald war das Erdgeschoß ein großer Kirchenraum, wo sich bis heute die Gemeinde zu den Gottesdiensten versammelt. Das erste Stockwerk wurde zum Pfarrhaus.

11. November 2002: Martinsfest 

Das erste Martinsfest mit Laternenumzug findet schon im Gründungsjahr der Schule 1996 statt. Während in Europa diese Tradition sehr bekannt ist, betritt Pater Lorenz in Zentralasien völliges Neuland. Trotzdem wird die Martinsfeier von den Kindern und auch von der Bevölkerung sehr gerne aufgenommen. Nach Prozession und Theaterstück folgt traditionell immer das Gänseessen mit den verschiedenen Schulklassen. Zugleich werden auch arme Familien unterstützt, die Schüler sammeln Lebensmittel und Kleidung für Bedürftige im Dorf. 

2003: Die ersten Maturanten

Ende des Schuljahrs 2002/2003 schließen unsere ersten Maturanten die Schule ab. Manche von ihnen sind seit Beginn der Schule dabei, andere kamen als "Quereinsteiger". Sehr erfreulich ist, dass alle einen Studienplatz an einer Universität finden.

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